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Hirnbirn und Musterknabe
Es ist die Welt der Köngiskasper, der Kopfrüssler,
Schnabelbabys, des Hirnbirns und des Musterknaben. Die Engel
nicht zu vergessen. Allesamt aus der grotesken Großfamilie
der Comic-Wesen und stets in der Nachbarschaft von E.T.A.
Hoffmann lebend. Die Brüder Guido und Johannes Häfner,
aus dem oberfränkischen Schlaifhausen, blicken seit Jahren
staunend in den romantischen Phantasiekasten des Zwischen-durch-Franken,
der Kapellmeister in Bamberg war, Poet und Zeichner dazu.
Und fühlen sich verwandt und hingezogen zum Mehrbereichskünstler.
In der Nürnberger Stadtbibliothek am Egidienplatz dokumentieren
die Häfner-Brüder unter dem unterhakenden Titel
"Brothers in Art" - man kann also ergänzend
dazu den passenden "Dire Straits"-Song summen -
einen Künstlerkosmos, der sich im Gleichschritt mit Skulpturen
und Grafiken sowie Malerei entwickelt.
Derbe Typen mit archaischen Zügen sind das, die dem Besucher
in der Halle des Pellerhauses begegnen. Sinnesfroh grinsend,
grimmig glotzend. Wahrlich nicht von Pappe, öfters schon
von Pappel. Seinen Holzköpfen stellt der Bildhauer Guido
Häfner, bei Kronach lebend, stählerne Schattenrisse,
flachgeklopfte Fabelwesen zur Zeit, die in den Computergraphiken
seines Bruders Johannes (der lebt in Nürnberg) ein buntes
Eigenleben entwickeln. Gliederpuppen im Strichmännchenformat,
die durch Hoffmanns Gedankenreich wildern.
Johannes Häfner, Verleger im Ich-AG-Format, bindet seinen
Sinn fürs Skurrile auch in wunderbare Künstlerbücher.
Logisch, dass die Kreativ-"Brothers" ihre Ausstellung
zwischen blutrote Deckel eines nummerierten, liebevollen Katalogs
pressten.
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