BROTHERS IN ART
GUIDO & JOHANNES HÄFNER
Deutschland: 90478 Nürnberg - Glockenhofstraße 43
Taiwan:
Swan Panasia, 1F, No. 7, Lane 56, Sec. 3
Hsinsheng S. Rd., Taipei
Email: info@brothersinart.de - www.brothersinart.de
G. Häfner: 0171-364 96 43, J. Häfner: 0171-364 34 51
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Ingo Cesaro
Ein Bildhauer, den es
zu entdecken gilt
Als ich den 1968 in Schlaifhausen (Ofr) geborenen Guido Häfner kennen lernte, das war vor ein paar Jahren auf der Frankfurter Buchmesse, da beschäftigte er sich hauptsächlich mit aus Stahlplatten gefertigte Skulpturen. Witzige, humorvolle, hintergründige Skulpturen und doch klar und archaisch in ihrer Einfachheit, die großes Interesse erweckten und Besucher am Stand oder beim Vorbeigehen zum Schmunzeln brachten, aber irgendwie es nicht fassten, warum sie schmunzeln.

Seinerzeit hatte ich schon einige Male das internationale Kunst-Projekt "HolzART" in der Cranach-Stadt Kronach und Gemeinden des Landkreises organisiert. Ich sprach ihn auf das Material Holz an, vor allem aber auf bis zu 1,50 m dicke Baumstämme, die ich Bildhauerin-nen und Bildhauer im Rahmen von "offenen Ateliers" zum Bearbeiten auf öffentliche Plätze hieven ließ.

Ich spürte sofort, dass Guido Häfner sich schon während unseres Gesprächs mit der Ketten-säge an einem riesigen Baumstamm sägen sah.

Und nach der Buchmesse kam auch seine Zusage. Zwei 1,50 Meter im Durchmesser dicke Pappelstämme stellte ich ihm zur Verfügung. Sie waren ca. 6 m lang. "Im Paradies" in Weißenbrunn (Ldkrs. Kronach) hatte er sein offenes Atelier. Die Stämme waren so schwer, dass sie vor Ort erst bearbeitet werden mussten, weil der Autokran sie roh nicht schaffte.

Es entstanden "Adam & Eva", was sonst "Im Paradies". Derb und prall. Nur mit der Ketten-säge aus den Stämmen gesägt. Bei der anschließenden Ergebnis-Ausstellung am Aufgang zur Festung Rosenberg begrüßten sie die Besucher und lösten kontroverse Diskussionen wegen ihrer Direktheit aus.
Später standen sie am Stand der Bayerischen Forstverwaltung auf der Landesgartenschau 2002 in Kronach und wirkten als Anziehungspunkt für die vor Ort arbeitenden Bildhauer. Natürlich war Guido Häfner dabei, der hier die ersten "Kronacher Holzköpfe" sägte.

Damals, von Oktober bis Juli, hatte sich Guido Häfner mit dem Material Holz vertraut gemacht und hier, ebenso wie bei seinen Stahl-Silhouetten eine eigene Bildsprache gefunden. Wie erfolgreich er mittlerweile mit seinen Holz-Skulpturen geworden ist, zeigt, dass im folgenden Jahr auf der Frankfurter Buchmesse bereits Holzkopfskulpturen von im standen, er darauf hin nach Taiwan eingeladen wurde, um dort auf der Buchmesse und im Zoo von Taipeh unter großem Andrang von Medien und Besuchern mit der Kettensäge zu arbeiten. Hier wurde es notwendig, seinen Arbeitsplatz weiträumig abzusperren.
Aber er ist jederzeit in seiner offenen Art für Gespräche bereit, ist ein Künstler, der die Arbeiten seiner Kollegen stehen lässt, aber seinen eigenen, unverkennbaren Weg geht.
Natürlich freut es mich, dass ich Guido Häfner zum Material Holz brachte.

Wenn man Guido Häfner bei der Arbeit zuschaut, dann kommt es einem so vor, als voltigiere er am Baumstamm, was auch zeigt, wie genau er den Stamm kennt, wie er auf ihn eingeht. Eine gewisse Erfurcht wird erkennbar. Nicht die abstrakte Ebene arbeitet er heraus, denn ich denke, er begreift sich selbst auch als Zuschauender und Lernender während der Arbeit.

Wenn Sie jetzt denken, es sind Skulpturen, die sich auf den ersten Blick erschließen, ich denke, weit gefehlt. Die konkrete Figur ist ihm wichtiger, das ist seine Philosophie, seine Auseinandersetzung mit Themen, die er dann, im Gegensatz zu seinem Bruder, dem Künstler Johannes Häfner, der seine Ideen und Träume überwiegend mit der Computer-Maus graphisch umsetzt, holt er sie mit der Kettensäge aus dem Stamm heraus.
Die Qualität der Arbeiten von Guido Häfner manifestiert sich in der Realisation seiner Visionen.
Sie bleiben nicht im Kopf des Künstlers, sondern er materialisiert sie nachvollziehbar.
Durch die handwerkliche Tätigkeit, teilweise sehr brachial, ist Guido Häfner stets nahe an der Natur.
Und er sagt ja selber, dass er die archaische Einfachheit bevorzugt - in ihr ist alles - Liebe, Schmerz, Witz und Melancholie enthalten.
Und doch ist es nicht so einfach, wenn ich nur an die Portraits von Peregrinus, George Pepusch, Königskasper, Kopfrüssler, um nur einige aufzuzählen, denke.

Ein Künstler, den es zu entdecken lohnt.

Ingo Cesaro, März 2004

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

Ingo Cesaro